Wärmedämmung

In Zeiten von CO2-Einsparung und Klimaschutz liegen Wärmedämm-Verbundsysteme, kurz WDVS, im Trend. Neben dem Dach geht über die Fassade bei schlecht gedämmten Gebäuden der größte Anteil an Energie verloren. Dabei hilft das WDVS nicht nur im Winter die Wärme drinnen zu halten. Sie dient ebenso als sommerlicher Wärmeschutz die Innenräume vor der Hitze zu bewahren. Wärmedämmung ist ein wesentlicher Teil der Energieeinsparverordnung (EnEV). Fördermittel werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt.

Als Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) werden mehrschichtige Konstruktionen zur Dämmung von Gebäudeaußenwänden bezeichnet. Sie bestehen aus aufeinander abgestimmten Baustoffen, deren Kernstück – der Dämmstoff – die grundlegenden Eigenschaften des Systems bestimmt. Alle Systeme bestehen aus folgenden Komponenten:

  • Befestigung auf der Tragwand (Kleben, kleben und zusätzlich dübeln, mechanisch befestigen)
  • Wärmedämmung
  • Armierungsschicht
  • Oberputz


Die häufigste Befestigungsart ist das Kleben. Bei ebenen Untergründen und generell bei sehr dünnen Wärmedämmplatten erfolgt eine vollflächige Verklebung. Bei Untergründen mit Unebenheiten erfolgt eine Punkt-Rand-Verklebung. Dazu wird der Kleber linienförmig auf den Plattenkanten aufgezogen und zusätzlich mit Klebebatzen auf der Plattenfläche ergänzt.

Bei nicht beschichteten Oberflächen kann eine alleinige Verklebung bei Polystyrol-Hartschaumplatten mit einem System-Gesamtgewicht ≤ 10 kg/m² erfolgen. Bei Mineralwollsystemen kann bei der „stehenden“ Faser ebenfalls nach vorgenannten Kriterien auf eine Verdübelung verzichtet werden. Liegt das Gesamtgewicht darüber, oder bewegen wir uns oberhalb der Hochhausgrenze, ist eine zusätzliche Verdübelung erforderlich, ebenso wie bei Systemen mit Steinwolledämmung mit der „liegenden“ Faser, die generell zusätzlich zu verdübeln sind. Bei Sanierungen von Altbauten ist eine zusätzliche Verdübelung immer empfehlenswert, da die Haftzugswerte der alten Wandoberfläche häufig nicht bekannt sind. Hier sind insbesondere Altanstriche zu beachten. Die Systemdübel (mit oder ohne Dübelteller) sind so ausgebildet, dass der Dübelkopf ebenengleich mit der Dämmung abschließt. Je nach Untergrund kann man zwischen Setz-, Schraub-, Bohr-, oder Schlagdübel wählen.

Eine mechanische Befestigung kommt ohne zusätzliche Verklebung aus. Die Verankerung am Rohbau erfolgt linienförmig über angedübelte Metallschienen. Die Dämmplatten sind umlaufend mit einer Leibungsnut und einer Hinterfräsung ausgebildet. Über entsprechende Schenkel greifen die Schienen in die Nut. Eine weitere Möglichkeit bietet der sog. Stellfuchs. Dies ist ein Dübel mit ausgesprochen grobem Gewinde, der die Platten befestigt. Vor dem Armieren kann jede Platte mit einem speziellen Werkzeug ausgerichtet werden.

Als Wärmedämmstoffe werden vor allem nicht brennbare Materialien wie Steinwolle und Mineralwolle-Lamellenstreifen, schwer entflammbare Baustoffe wie Polystyrol-Hartschaum aber auch Korkplatten verwendet. Die Dämmung muss flächig homogen ohne Fehlstellen ausgebildet werden, offene Fugen müssen mit Schaum oder Dämmstoffstreifen dicht geschlossen werden. Versprünge zwischen den Platten, die später zu unterschiedlichen Materialstärken in der Armierung führen können, müssen plan geschliffen werden.

Die 3,0 mm bis 9,0 mm dicke Armierungsmasse ist für die Qualität des gesamten Dämmsystems von entscheidender Bedeutung. Sie dient der Egalisierung des Haftgrundes, der Einbettung der Gewebearmierung, der Schlagfestigkeit und zur Vorbereitung des Putzgrundes. Verwendet werden mineralisch gebundene oder organisch kunstharzvergütete Armierungsmassen, die auf den Oberputz abgestimmt sein müssen. Die Gewebeeinlage besteht in der Regel aus Glasfasergewebe, das im äußeren Bereich der Armierungsmasse satt einliegen soll. Es sorgt für eine flächige Verteilung der Spannungen aus dem Verputz. Diese entstehen dadurch, dass der Verputz stärker abkühlt als der Untergrund, auf den er aufgeklebt ist. Aus diesen thermischen Beanspruchungen entstehen Zugspannungen mit einer entsprechenden Rissgefährdung der Armierungsschicht.

 

Bei den Außen- oder Oberputzen, auch Schlussbeschichtungen genannt, sind vier Systeme zu unterscheiden:

  • Mineralputze
  • Silikatputze
  • Kunstharzputze
  • Silikonharzputze

Mineralputze, werden als Dünn- und Dicklagenputze angeboten, während die relativ dünnen Silikatputze, Kunstharzputze und Silikonharzputze nur als Dünnschichtsysteme bekannt sind. Dünnschichtsysteme haben sich am Markt weitestgehend durchgesetzt, da sie nur sehr schwach schwinden und durch die relativ schnell gegebene Endfestigkeit gut und wirtschaftlich zu verarbeiten sind.

Außenputze können in allen gängigen Oberflächen und Korngrößen ausgeführt werden. Zu beachten ist eine eingeschränkte Farbauswahl bei Silikatputzen und bei mineralischen Verputzen, während Kunstharzputze und Silikonharzputze eine nahezu unbegrenzte Farbauswahl ermöglichen. Die Farbgebung wird durch Einfärben des Putzes erreicht und/oder durch einen abschließenden Anstrich. Dieser muss auf das Putzsystem in Form von Silikatfarben, Kunstharzfarben oder Silikonharzfarben materialtechnisch abgestimmt sein.

Meist erhalten die Farben werkseitig eine fungizide und algizide Einstellung. Die Anstriche können dabei auch zur Egalisierung des Außenputzes verwendet werden, z. B. zur optischen Reduzierung der Korngröße.

Die mit erheblichem Abstand am häufigsten verbaute Dämmung besteht aus Polystyrol. Dieser Dämmstoff ist, teils durch äußerst unsauberen Journalismus, stark in Verruf gekommen. Der als B1 klassifizierte Baustoff ist schwer entflammbar. Im fertig eingebauten Zustand, folglich mit den Putzschichten, ist dieses WDVS jedoch unbedenklich. Die folgenschweren Brände entstanden im unverbauten bzw. unverputzten Zustand.

Die beste aller Umweltbilanzen ist der Polystyroldämmung zuzuschreiben.

Mineralwolledämmung muss grundsätzlich ab der Hochhausgrenze eingesetzt werden. Viele Bauherren niedrigerer Bauwerke wollen diese Art der Dämmung allerdings auch, da sie ein nichtbrennbares Verhalten aufweist.  Sehr dunkle Farbtöne funktionieren u. U. nur auf Mineralwolle.

Mineralschaum, Aerogele, Polyurethan, Hanf, Holzwolle, Kork, Resolharzplatten und Vakuumplatten sind derzeit eher als Randprodukte anzusehen. Welche sich letztendlich am Markt durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.

Oftmals kann an einem Gebäude keine Außendämmung angebracht werden. Aus bauphysikalischer Sicht ist eine Außendämmung einer Innendämmung zwar vorzuziehen, wenn aber das äußere Erscheinungsbild, wie z.B. bei Fachwerkhäusern oder denkmalgeschützten Gebäuden, nicht verändert werden darf, sorgt eine Dämmung von innen für die Lösung.

Bei der Innendämmung können jedoch Tauwasserprobleme auftauchen, so dass die Produkte und die entsprechenden Systeme sorgfältig gewählt werden müssen.

Die nachträgliche Dachbodendämmung macht in jedem Falle Sinn. Selbst dann, wenn später die Dachschrägen gedämmt werden sollen. Im Allgemeinen ist die Dachbodendämmung schnell und preiswert verlegt und rentiert sich sehr schnell. Horizontale Dämmmaßnahmen sind am effektivsten. In vielen Fällen ist die Nachrüstung mittlerweile Pflicht. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt dies eindeutig vor. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es auch hier Fördermittel.

Die gängigsten Produkte sind hier Mineralwollen oder Polystyrole.

Keller- und Tiefgaragendecken können in den vielfältigsten Variationen gedämmt werden. Hierbei eignen sich Polystyrole, Mineralwolle und Holzwolleplatten. Optisch ansprechende Lösungen wie letztgenannte sind in den letzten Jahren enorm auf dem Vormarsch.

Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF), sind mehrschichtige Außenwandkonstruktionen mit einem Traggestell auf der Fassade befestigt.

Dabei ist die äußerste Schicht, die dem Schutz gegen Witterungseinflüsse dient, durch eine Luftschicht von den dahinterliegenden Schichten getrennt. Nach DIN 18516-1 setzt sich die Konstruktion aus der Fassadenbekleidung, der Hinterlüftungszone, der Dämmung und der Unterkonstruktion zusammen. Voraussetzung ist ein statisch tragender Verankerungsgrund.

Das System erlaubt die Wahl unterschiedlichster Fassadenbekleidungen.

Die Fassadenbekleidung kann aus Holz, Naturstein, Kunststein, Keramik, Metallblech (z. B. verzinkte Bleche oder Kupferbleche) oder Kompositmaterialien (z. B. Glasfaserbeton und Faserzement) bis hin zu opakem Glas bestehen. Häufig werden auch Putzträgerplatten angebracht und die Fassade verputzt.

Kontakt


burgard ausbau und fassade
GmbH & Co. KG

Vogelbacher Weg 109 - 66424 Homburg/Saar
Telefon 06841 934-9000
 
Fax  06841 934-9010
info@burgard-saar.de